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17.12.2017 : 10:51 : +0100

integral

"Nobody is smart enough to be wrong all the time."

--Ken Wilber

Ken und Dennis, 2006
Dennis und Ken, 2013

Integral Institute und Integral Life

Die Integrale Theorie würdigt und vereint die Erkenntnisse aus Prä-Moderne, Moderne und Postmoderne und dient dadurch als umfassender Bezugsrahmen - gleichsam als ein 'neues Betriebssystem', auf dessen Basis zahlreiche, umfassende Anwendungen in Medizin, Politik, Erziehung, Wissenschaft, Business, Ökologie, Spiritualität (uvm.) entwickelt werden. Zu diesem Zweck hat Wilber die non-profit Organisation "Integral Institute" (I-I) zusammen mit mehreren dutzend Forschern als transdisziplinären think-tank für Anwendungen und Erweiterungen des Integralen Ansatzes gegründet. Die kommerzielle Schwesterorganisation "Integral Life" dient als Online-Portal zur Gemeinschaftsbildung und zur Vermittlung integraler Inhalte durch verschiedene Medien.

www.integralinstitute.org

www.integrallife.com

Integrales Forum e.V.

Die Organisation, die sich im deutschsprachigen Raum um die Verbreitung des integralen Ansatzes kümmert, ist das undefinedIntegrale Forum e.V.

 

 

Integraler Podcast

Hier finden Sie einen Podcast zu integralen Themen, bei dem ich als Co-Autor und Sprecher mitwirke:

Ken Wilber

Ken Wilber, Jahrgang 1950, ist der führende integrale Philosoph und mit über 20 Büchern übersetzt in über 25 Sprachen gleichzeitig der meistübersetzte akademische Autor der Vereinigten Staaten. Er ist der Urheber des Integralen Ansatzes ("AQAL") und vereinigt in seinen Arbeiten eine enorme Bandbreite geistiger Strömungen, wissenschaftlicher Ansätze und spiritueller Weisheitstraditionen. 

Ken Wilber schlug zunächst einen wissenschaftlichen Ausbildungsweg ein. Er absolvierte ein Studium in Bio-Chemie und beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit mit Rhodopsin (aus Rinder-Augen), dem Molekül das in der Netzhaut zerfällt und das Sehen ermöglicht. Trotz aller Erfolge in dieser Laufbahn bedurfte es nur eines kleinen Büchleins von Lao-Tse als Anstoss, damit Ken Wilber die gesamte naturwissenschaftliche Karriere verwarf.

"Der Weg, der genannt werden kann, ist nicht der wahre Weg" - irgendetwas in diesen Worten ließ sein damaliges Weltbild wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen und veranlasste ihn sich "wie ein Schneepflug" durch die gesamte Philosophia Perennis und alle Klassiker der Weisheitsliteratur aus Ost und West zu fräsen/lesen. Er war regelrecht empört darüber, dass ihm derartige Worte in seinem konventionellen Umfeld bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begegnet waren.

Dementsprechend groß war sein Hunger - nicht nur nach Theorie (obwohl er als ausgesprochener Schnell-Leser bekannt ist), sondern auch nach Erfahrung und Praxis. Er lernte bei Roshis und Lamas und begann eine intensive Meditationspraxis aufzunehmen, sowohl in der Zen-Tradition, als auch in der tibetischen Tradition, was bis heute durch die Zeilen seiner Werke dringt. Man spürt, dass hier jemand aus tiefer Erfahrung spricht. Gleichzeitig praktizierte er Gestalttherapie, Rolfing und verschiedene Ansätze aus der Körperarbeit. Viele wichtge Impulse brachte für ihn das Studium der westlichen Psychologie, von Freud, über Jung, Adler, Reich, sowie alle späteren Strömungen, wie die existenzielle, die humanistische und schließlich die transpersonale Psychologie. 

Sein erstes Buch "Das Spektrum des Bewusstseins" schrieb er im Alter von 23 Jahren. Es verhalf ihm über Nacht zum Durchbruch als Autor und brachte ihm den Ruf ein, der "lange gesuchte Einstein der Bewusstseinsforschung" zu sein. Auch wenn er es damals selber nicht so genannt hat, war das Anliegen dieses Werkes bereits ein integrales.

Ausgangspunkt war für Wilber eine Verwirrung, die er im Nachhinein sehr eindringlich als eine Art 'kognitiven Schmerz' schilderte. Er hatte nun alle die eben geschilderten Schulen aus Ost und West studiert und fand in allen etwas Wunderbares und Wahres. Das Problem war nur: jede der einzelnen Schulen beanspruchte für sich die Wahrheit gepachtet zu haben und versuchte die Vertreter der anderen Richtungen zu diskreditieren. Das ließ ihn einfach nicht los. Seine unmissverständliche Intuition war: Freud hatte Recht, Buddha hatte Recht, doch die Freudianer lächelten nur milde über Religion im Allgemeinen, während die Buddhisten das Ich als Illusion verwarfen und beharrlich vom "Nicht-Ich" als "edler Wahrheit" sprachen. 

Was tat er also? Er steckte in "Spektrum des Bewusstseins" einen hinreichend großen Rahmen ab, in dem alle diese Schulen ihren Platz einnehmen konnten - aber nicht bloss als pluralistisches Potpurri, sondern entlang eines roten Fadens - eben entlang des "Spektrums des Bewusstseins". Die Idee dahinter: jede Schule untersucht nur eine gewisse Bandbreite dieses Spektrums und bringt dort wahre und wichtige Aussagen hervor, doch irrt sich, wenn sie über andere Ebenen Aussagen trifft. Kurz: "Everybody is right" - jeder hat Recht - eine zentrale Grundannahme integraler Theoriebildung, die Wilber auch manchmal negativ formuliert als "Niemand ist clever genug, sich ständig nur zu irren".